Hallo, ich hoffe, es stört Sie nicht, wenn ich mich hier einmische, denn ich habe mir ähnliche Fragen gestellt, und wir haben das in der Vergangenheit schon oft mit unserem Leiter des Teams für verantwortungsvolles Spielen, Šimon, besprochen.
Meiner Meinung nach entsprechen die offiziellen Zahlen nicht der Realität. In Casinos zu spielen, ist weder logisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Ich betrachte Glücksspiel mittlerweile eher als eine Art Lebensstil denn als bloßen Zeitvertreib.
Meiner Meinung nach tun viel zu viele Spieler, bewusst oder unbewusst, so, als ginge es ihnen gut, und betrachten Glücksspiel weiterhin als vergnüglichen Zeitvertreib. Ich sehe es als Fluchtmöglichkeit, als flüchtiges Gefühl von Entscheidungsfreiheit.
Jedenfalls beobachte ich seit einigen Jahren einen Mentalitätswandel bei Spielsüchtigen. Es kommt häufig vor, dass ein süchtiger Spieler zwar immer wieder seine Sucht eingesteht, aber die ganze Welt für seinen Zustand verantwortlich macht. Er beschuldigt Casinos fast alles, was ihm einfällt, und sucht nach Wegen, sein Geld zurückzubekommen, denn das bedeutet für ihn: Wenn ich das verlorene Geld zurückbekomme, ist alles in Ordnung und es ist kein Schaden entstanden.
Das ist meiner Meinung nach eine schädliche, aber weit verbreitete Denkweise. Als ich mit dieser Arbeit anfing, begegnete ich oft verzweifelten Menschen, die sich ihrer Erkrankung bewusst waren und dringend Linderung und Unterstützung suchten. Heutzutage geht es darum, das Problem als Schutzschild zu benutzen, um die Verantwortung für sich selbst abzulehnen.
Ich urteile nicht; diese Meinung teilte mir auch unsere externe Betreuerin mit, die selbst seit vielen Jahren mit Suchtproblemen zu kämpfen hat.
Aus meiner Sicht sollte ich mich als Spieler betrachten und akzeptieren, dass jede weitere Einzahlung im Casino in meiner Verantwortung liegt, wenn ich mich aufgrund von Spielsucht selbst ausschließen muss. Ich sollte ehrlich zu mir selbst sein. Das funktioniert jedoch nicht, wenn Glücksspiel als Flucht oder Kompensation dient. So sehe ich das zumindest. Mein täglicher Blick in die Foren bestärkt mich in dem Eindruck, dass die Betreiber die Spielsucht der Menschen ausnutzen.
Bitte korrigieren Sie mich nicht.
Ich habe auch Leute getroffen, die regelmäßig mit einem festgelegten Budget spielen; sie wissen, dass sie zu exzessivem Spielen neigen und betrachten Glücksspiel nicht als „Spaß". Sie sind auch sehr wütend nach einer Niederlage oder freuen sich, wenn sich das Glück zu ihren Gunsten wendet.
Solange du damit umgehen kannst, ist es deine Entscheidung. Dasselbe gilt meiner Meinung nach für Rauchen, Drogen und Alkohol.