7 kognitive Verzerrungen, die unser Spiel beeinflussen
Wie leben in einem Zeitalter, in dem Informationen einen immer gewichtigeren Anteil an unserem Handeln haben. Die Antwort auf fast jede drängende Frage ist gegenwärtig nur mehr einen Mausklick oder Fingertipp entfernt. Trotz dieser Geschwindigkeiten im Informationsfluss kann festgehalten werden, dass der menschliche Verstand mit dem Tempo der technologischen Entwicklung nicht ganz Schritt halten kann, denn wir machen immer noch gelegentlich Fehler und unterliegen Missinterpretationen, die uns dazu verleiten, falsche Entscheidungen zu treffen.
Vieles davon beruht schlichtweg auf Missinterpretationen der vorliegenden Informationen oder dem Befolgen schlechter oder falscher Ratschläge. Zusätzlich sind wir anfällig für bestimmte psychologische Muster, die unser Gehirn im Laufe der Jahrtausende entwickelt hat, um große Informationsmengen zu verarbeiten. Experten bezeichnen diese Prozesse als kognitive Verzerrungen, die unsere Fähigkeiten beeinträchtigen, vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Und diese kognitiven Verzerrungen kommen häufiger vor, als man denkt. Psychologen haben Hunderte dieser „Täuschungen" im Laufe der letzten Jahrzehnte klassifiziert, und ein Blick auf die Liste der kognitiven Verzerrungen, die sich beispielsweise bei Wikipedia finden, verdeutlicht das Ausmaß. Sie umfassen praktisch jeden einzelnen Denkprozess eines Menschen, einschließlich Entscheidungen im Zusammenhang mit Glücksspiel. Ein gängiges Beispiel in der Welt der Wetten und Einsätze ist der Spielertrugschluss, also der Glaube, dass zukünftige Ereignisse von vergangenen Handlungen beeinflusst werden, obwohl das Gegenteil der Fall ist.
Im Grunde genommen könnte jede Zahl, beispielsweise die Zahl 7, als eine Art kognitive Verzerrung betrachten werden, denn viele Menschen, darunter auch Glücksspieler, halten diese für ihre Glückszahl, obwohl es dafür keinerlei Beweise gibt. Experten führen dies auf einen einfachen psychologischen Ausrutscher zurück: Wir wählen bestimmte Zahlen, weil wir unbewusst einem bestimmten Zahlenmuster folgen, das der betreffenden Auswahl besondere Bedeutung verleiht.
Welche Anzahl an kognitiven Verzerrungen im Zusammenhang mit Glücksspiel eignet sich besser, um sie zu betrachten, als sieben – die Zahl, die am häufigsten von Verzerrungen betroffen ist? In diesem Artikel haben wir für Sie die wichtigsten kognitiven Verzerrungen aufgelistet, die unser Verhalten beim Glücksspiel beeinflussen, und wie wir versuchen können, deren Einfluss abzuwenden.
1. Der Spielerfehlschluss (eine logische Verzerrung)
Es entspricht den Tatsachen, dass das Glücksspiel stark von kognitiven Verzerrungen beeinflusst wird, und dass es sogar eine nach ihr benannte Verzerrung gibt. Der sogenannte Spielerfehlschluss (engl.: „Gambler's fallacy) beruht auf unserer allgemeinen Schwäche, Wahrscheinlichkeiten zu verstehen. Ein Umstand, der wiederum unser Urteilsvermögen stark beeinträchtigt. Dieser Spielertrugschluss basiert auf der Annahme, dass zukünftige Ergebnisse von vergangenen Ergebnissen beeinflusst werden: Wenn also beispielsweise eine Münze dreimal hintereinander auf Kopf landet, könnte man annehmen, dass sie beim vierten Mal zwangsläufig die Zahl als Ergebnis eintreten wird, obwohl die Wahrscheinlichkeit dieselbe ist wie zuvor – 50:50.
Dieser Fehlschluss ist auch in der Welt des Glücksspiels weit verbreitet, und kann bei jeder Art des Glücksspiel beobachtet werden. Nehmen wir beispielsweise das weltbekannte Spiel Roulette: Cohen (1972) berichtete, dass Spieler in 75 % der Fälle auf Schwarz setzten, wenn das vorherige Ergebnis Rot war. Dies könnte auch erklären, warum viele Roulette-Spielautomaten die letzten Ergebnisse auf einem eigenen Bildschirmbereich anzeigen – die Betreiber dieses Spiels nutzen schlichtweg die spezielle Denkweise der Spieler aus.
Die Macht des Spielerfehlschlusses kann sogar andere Trugschlüsse überdecken und verdrängen. Der Fehlschluss der sogenannten „heißen Hand" lässt uns an Glückssträhnen glauben; dass ein Erfolg irgendwie weitere Erfolge nach sich zieht. Viele gehen davon aus, dass Spielautomaten so programmiert sind, dass sie „Glückssträhnen" erzeugen, also das Gewinne in Sequenzen auftreten, obwohl das Ergebnis in Wirklichkeit von einem Zufallszahlengenerator (RNG) abhängt, bei dem jedes Ereignis unabhängig von jenen ist, die davor oder danach bestimmt werden.
Juemin Xu (2015) analysierte über eine halbe Million Wetten und postulierte, dass Spieler aufgrund dieses Trugschlusses nach einem Gewinn eher zu sichereren Quoten tendierten, da sie davon ausgehen, dass sich der Trend umkehrt. Das bedeutet, dass der Trugschluss dieser Spieler in diesen Fällen den Irrtum der „heißen Hand" überlagerte: und ironischerweise erzeugte dieses Verhalten selbst eine „heiße Hand", da die Spieler für die nächste Wette niedrigere Quoten wählten, wodurch sich ihre Gewinnchancen erhöhten und eine Glückssträhne entstand.
2. Der Dunning-Kruger Effekt (eine ichbezogene Verzerrung)
Der Begriff „ichbezogen" ruft die Vorstellung einer selbstsüchtigen Person hervor, die nur an sich selbst interessiert ist und bei der die Eigeninteressen stets im Vordergrund stehen. In der Psychologie verlaufen diese Prozesse jedoch unbewusster. Unser Ego agiert oft ohne dass wir es bemerken, und zwar abhängig von den vorgegebenen Situationen.
So überschätzt beispielsweise das eigene Ego eine Situation, die vor allem vom Zufall abhängig ist, aufgrund einer Reihe egozentrischer Verzerrungen.
Halten wir in diesem Zusammenhang an das Beispiel eines einfach zu spielenden Spielautomaten: Für einen Außenstehenden erscheint die Chancen auf eine bestimmte Kombination und Anreihung der Spielsymbole auf den Walzen rein zufällig, doch ein passionierter Spieler kann die Situation durch die Brille egozentrischer Verzerrungen wahrnehmen, wie etwa beim Dunning-Kruger-Effekt oder als Illusion der Selbstkontrolle.
Der Dichter Alexander Pope bemerkte einst treffend: „Das Halbwissen ist gefährlich", und diese Beschreibung erklärt den Dunning-Kruger-Effekt treffend.
Wenn sich eine Person nur ein wenig mit einem komplexen Thema auseinandersetzt, entwickelt sie fälschlicherweise die Gewissheit, ein Expertenwissen zu besitzen, ein Umstand, der sie zu übermütigen und zum Teil kostenintensiven Entscheidungen verleiten kann. Um sich weiter mit diesem speziellen Thema auseinanderzusetzen, würde das Selbstvertrauen der betreffenden Person rasant schwinden, sobald ihnen die Komplexität des Problems bewusst wird.
Übertragen wir dieses Phänomen auf Spielautomaten, so hat sich ein Spieler zwar oberflächlich über bestimmte Spielstrategien informiert, ohne die damit verbundenen Risiken und die einzelnen, wirkenden Prozesse vollständig zu verstehen. Aber dennoch möchte der Spieler das Gelernte selbstbewusst in seine eigene, persönliche Strategie umsetzen. Die sogenannte Moonshot Strategie wird als extrem volatil beschrieben und kann bei falscher Anwendung, die auch auf den Trugschluss der Ichbezogenheit basiert, zu hohen finanziellen Verlusten führen.
3. Die Illusion der Kontrolle (eine egozentrische Verzerrung)
Verschiedene Wissenschaftler – beispielsweise Griffiths (1994) und Langer (1975) – haben diesen Wahrnehmungsfehler als in Spielerkreisen weit verbreitet bezeichnet. Dieses verzerrte Bild der Wirklichkeit liegt dann vor, wenn uns eine Zufallssituation ein gewisses Maß an Kontrolle vermittelt, selbst wenn diese nur geringfügig sein sollte. Dadurch entsteht ein trügerisches Gefühl der Kontrolle über die betreffende Situation.
Auch Griffiths konzentrierte sich in seinen Studien auf Spielautomaten, die vor allem mit Früchtesymbolen versehen waren, die in zeitgenössischen Online Slots häufig vorkommen. Seine Studie wurde mit dreißig Personen durchgeführt, die zu gleichen Teilen aus Spielern bestand, die regelmäßig oder nur gelegentlich spielten. Aus seinen Studien konnte er den Schluss ziehen, dass aktive Spieler eher einem „bekannten" Automaten vertrauten, und davon ausgingen, dass sie die Walzen bedienen können und verstehen, wie Funktionen wie „Nudge", „Hold" und „Gamble" zu bedienen sind, um die Ergebnisse der einzelnen Spielrunden beeinflussen zu können.
Der Autor bezeichnete diese Fähigkeiten jedoch als „Pseudo-Skill-Funktionen" - also eine „Pseudo-Fertigkeitsfunktion" -, da dieser Trugschluss dem Spieler das Gefühl vermittelt, den Automaten überlisten zu können. Es handelt sich hier um eine Art der Kontrollillusion, und dies alles mit dem Wissen, dass die Spielprozesse in Wirklichkeit auf Zufall aufgebaut sind.
4. Der Bestätigungstrugschluss
Die Bestätigungsverzerrung ist im Alltag weit verbreitet, da sie gewissermaßen der menschlichen Psyche entspricht: Wir glauben gern, dass wir Recht haben, und suchen uns bevorzugt Informationen aus, die unsere eigenen Überzeugungen oder Annahmen bestätigen – selbst wenn dies implizieren sollte, das wir uns nicht an die Wahrheit halten oder diese verdrehen.
Dieser Trugschluss kann sich im Glücksspiel auf verschiedene Arten manifestieren. Der Mythos vom „heißen Spielautomaten" ist in Spielerkreisen weit verbreitet und beschreibt die Vorstellung, dass das betreffende Slotspiel nach einer Reihe von Verlusten eines vorherigen Spielers nun dazu bereit ist, Auszahlungen an den nächsten Spieler auszuschütten. Obwohl auch hier der Ergebnisermittlungsvorgang völlig zufällig ist, kann die Tatsache, dass ein Spieler einmal an einem „heißen Automaten" gewonnen hat, für ihn die Bestätigung sein, weiterhin an diesem Irrglauben festzuhalten.
Der sogenannte „Knapp-Daneben-Effekt" (2010 von Clark beschrieben) tritt beispielsweise bei einem Spielautomaten auf, wenn auf einer Gewinnlinie zwei Kirschen getroffen werden und die dritte Kirsche, die zu einem Gewinn führen würde, knapp neben der betreffenden Gewinnlinie landet. Zwar hat der Spieler die betreffende Spielrunde verloren, aber dieser „Beinahe-Gewinn" wird möglicherweise als Beweis dafür interpretiert, dass seine Spielstrategie eigentlich die richtige ist, und diese „mit Sicherheit" in den nächsten Spielrunden aufgeht, obwohl auch hier - um abermals darauf hinzuweisen - das Ergebnis der Gewinnberechnung völlig zufällig ist. Die auf diese Weise verzerrten Daten sind als ein klassischer Interpretationsfehler/Bestätigungsfehler anzusehen.
5. Der Effekt des fortgesetzten Einflusses (eine Art von Bestätigungsfehler)
Wir können unseren Bestätigungsfehler sogar dann beibehalten, wenn wir Beweise erhalten, die unseren Überzeugungen widersprechen. Der anhaltende Einfluss von Theorien lässt uns trotz gegenteiliger Logik an widerlegten Annahmen festhalten: Sobald bestimmte Informationen verinnerlicht wurden, insbesondere wenn wir diese in jungen Jahren vermittelt bekommen haben, ist es sehr schwer, diese aus unserem täglichen Denkprozessen zu eliminieren. Vielleicht hat uns jemand in jungen Jahren eine ineffektive oder heute nicht mehr aktuelle Poker-Strategie beigebracht, und wir halten noch heute daran fest, obwohl uns alle Beweise für ihre Fehlbarkeit vorliegen.
Es ist zwar de facto unmöglich zu 100% objektiv zu sein, jedoch ist es wichtig und angebracht, alternative Standpunkte zu berücksichtigen und gegebenenfalls auch individuell anzupassen. Ungeachtet des Verstandes stur an den eigenen Überzeugungen festzuhalten, führt beim Glücksspiel mit Sicherheit zum Verlust an Geld und an der Überzeugung am Spiel selbst.
6. Die Verfügbarkeitsverzerrungen
Verschiedene Verzerrungen, die ebenfalls unser Spielverhalten beeinflussen, lassen sich unter dem Begriff Verfügbarkeitsverzerrung zusammenfassen – einer menschlichen Eigenschaft, die dazu führt, dass wir uns an bestimmte Ereignisse oft lebhafter erinnern und unsere nachfolgenden Entscheidungen oder Urteile auf diesen Erfahrungen basieren.
Diese Verzerrung kommt auch oft in unserem täglichen Alltag vor. Glauben Sie, dass Angriffe von Haien auf Menschen oft vorkommen? Nein, denn diese kommen sehr selten vor! Sicher, Sie haben schon einige Berichte über diese Angriffe auf Menschen gelesen, denn fast jeder Haiangriff schafft es in die Nachrichten – die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, auf Grund einer tödlichen Haiattacke zu sterben, ist verschwindend gering und liegt etwa bei 1 zu 300 Millionen. Die Verfügbarkeitsverzerrung verleitet uns dazu, die nächstbeste Erinnerung – den Nachrichtenbericht – zu nutzen, um die Häufigkeit eines solchen Angriffs einzuschätzen.
Und was bedeutet dies für das Glücksspiel? An welche Ereignisse erinnern wir uns eher – an die Euphorie eines glücklichen Gewinners beim vierfachen Jackpot-Gewinn in einer europäischen Lotterie oder an die viel häufigeren Seufzer der Resignation, wenn der Automat wieder eine Münze geschluckt hat, ohne dabei einen Gewinn auszuspucken? Sehr oft beobachten wir uns dabei, dass wir an einen größeren Gewinn denken, der noch gar nicht so lange her ist, oder der von einem Bekannten eingefahren wurde. Aber was ist mit den Verlusten, an die wir längst nicht mehr denken?
Solche Gedankengänge können sehr oft zu ernsten Problemen führen und den Weg in die Spielsucht ebnen. Robert L. Custer identifizierte die Gewinnphase als eine der drei Stufen des problematischen Glücksspiels. Erste Gewinne pflanzen im Kopf des Spielers einen Samen, der sich später zu einer Sucht entwickeln kann. Diese Verfügbarkeitsverzerrungen bewirken, dass wir uns an diese Gewinne erinnern, und Spieler tappen oft unbewusst in diese Falle, da sie davon ausgehen: „Beim nächsten Mal gewinne ich bestimmt."
7. Der Frequenztrugschluss (eine Form des Verfügbarkeitsverzerrung)
Spieler neigen zu einer Verfügbarkeitsverzerrung, da sich diese oft auf Häufigkeiten konzentriert. Die Frequenzverzerrung, die auch von Griffiths (1994) als „Fixierung auf die absolute Häufigkeit" bezeichnet wird, bedeutet, dass wir uns eher an die Gesamtzahl unserer Siege erinnern als an diese Zahl im Verhältnis zu den von uns erlittenen Verlusten.
Sie haben also tatsächlich schon dreimal an einem Spielautomaten groß gewonnen? Das ist ja wirklich großartig! Aber wie sieht es mit den tausenden Spielen aus, bei denen Sie nichts gewonnen haben? Es liegt natürlich auf der Hand, dass Spieler, die häufiger dem Glücksspiel nachgehen, auch öfters gewinnen. Wenn man sich für ein Spiel oder eine Strategie entscheidet und dabei nur an die früheren Gewinne denkt, so kann dies in eine Sackgasse führen.
Sind Männer anfälliger für Verzerrungen als Frauen?
Männer stellen die Mehrheit der Spieler, daher ist es auch einleuchtend, dass sie prozentuell mehr von kognitiven Verzerrungen im Zusammenhang mit Glücksspiel betroffen sind als Frauen. Aber lässt sich das allein auf das Geschlecht zurückführen? Oder anders gefragt: Wären weibliche Spielerinnen in gleicher Weise betroffen, wenn es mehr von ihnen gäbe?
Eine Studie zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden im Glücksspielverhalten ergab, dass Männer eher zu impulsivem Spielen tendieren, was häufig irrationale kognitive Verzerrungen begünstigt: Je weniger Zeit wir zum Nachdenken haben, desto eher handeln wir spontan (Verfügbarkeitsverzerrungen) oder orientieren uns an den Beweisen, die unsere Überzeugungen am besten stützen (Bestätigungsverzerrungen).
Auch die Art des Spiels, das wir konsumieren, kann eine Rolle spielen. Die Untersuchungen von Stéphanie Baggio (2018) ergaben, dass Spielautomaten die Hauptursache für das problematische Glücksspiel bei Frauen sind, während Männer eher bei Sportwetten und anderen Casinospielen in die Spielsucht kippen. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass je nach Spielart bestimmte Verzerrungen bei den Geschlechtern stärker zum Vorschein kommen als andere.
Allerdings sind solche Verallgemeinerungen überaus riskant. Da die menschliche Psyche ein überaus komplexer Mechanismus ist, ist es mit Sicherheit angebrachter, jeden Menschen individuell zu betrachten und nicht nur nach seinem Geschlecht.
Die 7-Schritt-Strategie, um Ihre Trugschlüsse zu überwinden
Die simple Wahrheit besteht darin, dass jeder Mensch in gewisser Weise voreingenommen ist – einen vollkommen unvoreingenommenen Menschen gibt es schlichtweg nicht – und tatsächlich ist ein gewisses Maß an Voreingenommenheit oft notwendig, um uns bei schwierigen Entscheidungen zu helfen oder die mutmaßliche richtige Wahl zu treffen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, zu verhindern, dass sich Vorurteile auf destruktive Weise auf unser Wirken Einfluss nehmen, was schlussendlich zu impulsivem Glücksspiel und später zu ernsten Suchtproblemen führen kann.
Das mag zwar schwierig klingen, aber diese sieben Schritte helfen Ihnen, rationalere Entscheidungen zu treffen:
- Seien Sie sich der möglichen Trugschlüsse bewusst. Dieser Schritt ist der erste und auch zugleich der wichtigste: Notieren Sie sich jedes Mal, wenn Sie bemerken, dass sich eine Voreingenommenheit in Ihr Handeln einschleicht, und fragen Sie sich anschließend, welche Auswirkungen dieses Handeln hat.
- Bewerten Sie jedes Spiel und jeden Einsatz separat. Es spielt keine Rolle, was zuvor im Spiel passiert ist oder was gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt um Sie herum geschieht; jedes einzelne Spiel beruht auf ihrer eigenen Wahrscheinlichkeit.
- Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Handlungen keinen Einfluss auf Glücksspiele haben. Selbst die besten Slot-Strategien können Ihnen nicht dabei helfen, besser als die Bank zu sein, denn diese gewinnt auf lange Sicht immer.
- Erinnern Sie sich daran, dass die Spieltheorie überaus komplex ist. Spiele, in denen eigene Spielstrategien zur Anwendung kommen, neigen dazu, überaus komplex zu sein. So gibt es in einem normalen Pokerspiel beispielsweise mehr als 2,5 Millionen unterschiedliche Pokerhände. Hier werden ein paar Stunden Studium über die unterschiedlichen Spielvarianten nicht ausreichen, um als ein Experte in diesem Bereich zu gelten. Auch aus diesem Grund sollte man beim Spielen stets auf der Hut sein sein, wenn mit Halbwissen wichtige Entscheidungen getroffen werden.
- Akzeptieren Sie so oft als möglich auch alternative Standpunkte. Andere Personen, und hierzu zählen auch die wirklichen Experten, können uns andere Betrachtungswinkel ermöglichen, mit Ansichten, an die wir eventuell noch nie gedacht haben.
- Seien Sie bereit, Ihre Meinung auch gegebenenfalls zu ändern. Denn der Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.
- Legen Sie auch hin und wieder Pausen ein. Eine Auszeit vom Spielen verlangsamt unsere Denkprozesse und lässt uns irrationale Entscheidungen überdenken.


